Sidonie Werner


Sidonie Werner Visualisierung

Veröffentlicht: 16.03.2021


Herzlichen Glückwunsch zum 161. Geburtstag an die deutsch-jüdische Erzieherin, Feministin und Aktivistin Sidonie Werner. Das heutige Doodle, illustriert von der in Berlin lebenden Gastkünstlerin Lihie Jacob, würdigt ihr Leben und Erbe als Anwältin für Frauenrechte und Jugendprogramme.

Sidonie Werner wurde an diesem Tag im Jahr 1860 in Posen, Polen, geboren. Nachdem sie ein Lehrerseminar für Frauen abgeschlossen und Unterricht an einer jüdischen Grundschule besucht hatte, trat sie in das Hamburger Schulsystem ein, wo sie bis zu ihrer Pensionierung als Lehrerin blieb.

1893 begann Werners öffentliche Arbeit als Aktivistin für Geschlechterrechte ernsthaft, als sie die Israelite Humanitarian Women's Association (IHWA) mitbegründete. Sie war 1904 Mitbegründerin der Association of Jewish Women, einer Organisation, die sie später als Präsidentin leitete. 1908 wurde sie Leiterin der IHWA, wo sie erfolgreich Programme für Frauen und Kinder einführte, beispielsweise eine Berufsausbildung für Frauen, um ihren Lebensunterhalt außerhalb der Hausarbeit zu verdienen.

In den frühen 1910er Jahren verstärkte Werner seine Bemühungen, indem er in verschiedenen anderen Organisationen in Führungspositionen tätig war, darunter im Bund der Stadt Hamburg, im Frauenverband, im Zentralamt für das Wohl deutscher Juden und im Schulverband Hamburg, wo sie als einzige Frau an Bord diente. 1929 organisierte Werner in Hamburg die Weltkonferenz der jüdischen Frauen, an der 200 Vertreter aus 14 Ländern teilnahmen und die internationale Solidarität unter den jüdischen Frauen stärkte.

Herzlichen Glückwunsch, Sidonie Werner! Fragen und Antworten von Gastkünstlern mit Lihie Jacob Das heutige Doodle wurde von der in Berlin lebenden Gastkünstlerin Lihie Jacob illustriert. Teilen Sie unten Ihre Gedanken zur Erstellung dieses Doodle mit: Frage: Warum war dieses Thema für Sie persönlich von Bedeutung? A. Das war eine fantastische Reise für mich. Ich las alles, was ich über Sidonie finden konnte, und je tiefer ich mich mit ihrem Lebenswerk befasste, desto besser verstand ich die Auswirkungen, die es auf meine eigenen Gemeinschaften hatte. Meine Familie zog nach Frankfurt a.M. von Israel, als ich jung war. Ich erfuhr bald, dass der größte Teil des "Jüdischen Frauenbundes", an dessen Gründung Sidonie beteiligt war, direkt in der Nachbarschaft arbeitete, in der ich aufgewachsen bin. Als jüdische Frau und Feministin bin ich Sidonie und den Pionierinnen sehr dankbar, die so viele wichtige politische Veränderungen und philanthropische Grundlagen ins Leben gerufen haben. Frage: Was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie angesprochen wurden, um an diesem Doodle zu arbeiten? A. Ich wusste, dass ich umfangreiche visuelle Recherchen durchführen und die Nuancen von Klasse, Mode, jüdischer Kleidung usw. verstehen musste. in den Jahren lebte Sidonie. Sie wollte sowohl ihren Charakter als auch die Breite des Aktivismus vermitteln, an dem sie beteiligt war. Ich hoffe, ich habe dir auf diese bescheidene Weise gerecht gemacht. Frage: Waren Sie von etwas Besonderem für dieses Doodle inspiriert? A. Ich habe mich für die Haltung der verbundenen Arme entschieden, die oft in Märschen und Demonstrationen zu sehen ist, um die Solidarität und Entschlossenheit zu demonstrieren, die Sidonie ausstrahlte. Frage: Welche Nachricht hoffen Sie, dass die Leute von Ihrem Doodle erhalten? A. Ich hoffe, Sie sind inspiriert, über Sidonies Leben zu lesen und sich daran zu erinnern, dass das, was sie begonnen hat, fortgesetzt werden muss. Es ist eine großartige Möglichkeit, sie und die Prinzipien, für die sie stand, zu ehren.


Sie stammte aus einer Familie angesehener, kulturell und sozial orientierter Wissenschaftler. Theaterbesuche und Konzerte, literarische Abende und Reisen bestimmten das Familienleben. Nach dem Besuch der Mädchenhochschule absolvierte Sidonie Werner das Lehrerseminar. Sie unterrichtete bis zu ihrer Pensionierung als Grundschullehrerin in Altona und Hamburg.

1893 war sie eine der Gründerinnen der Vereinigung israelischer humanitärer Frauen. Sie war bis 1908 Zweite, dann wurde sie die erste Präsidentin des Frauenverbandes und hatte diese Position bis zu ihrem Tod im Jahr 1932 inne.

1904 gründeten Bertha Pappenheim und Sidonie Werner gemeinsam die JFB. Bertha Pappenheim wurde zur ersten Präsidentin und Sidonie Werner zur Stellvertreterin gewählt. Die Ziele des JFB waren: Bekämpfung des Antisemitismus, Stärkung der Stimmung der jüdischen Gemeinde, Verbesserung der Situation berufstätiger Frauen und Mädchen, Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten für jüdische Mädchen und Frauen und Bekämpfung des Handels mit Mädchen, insbesondere mit jüdischen Frauen. aus Osteuropa. Sidonie Werner widersetzte sich entschieden der Ansicht, dass der Handel mit Mädchen verhindert werden könnte, wenn nur alle jüdischen Mädchen ein Trousseau erhalten würden. Unter diesem Gesichtspunkt sah er vor allem eine Abwertung des weiblichen Geschlechts und glaubte, dass die beste Mitgift für jüdische Frauen ihre Berufsausbildung ist und bleiben wird.

Mit Hilfe von Sidonie Werner von JFB, e. B. B.

Ab 1917 war er auch Vorstandsmitglied des Zentralamts für Juden in Deutschland. In den 1920er Jahren blieb er im Sommer regelmäßig in Bad Segeberg, um das dort gegründete Haus zu erhalten, das auf drei Häuser in der Bismarckallee mit 100 Betten erweitert worden war. sich kümmern um.

Sidonie Werner beteiligte sich unter anderem auch aktiv an anderen Verbänden und Institutionen. in der "Vereinigung der jüdischen Schulen Hamburgs", im "Notfallkomitee für die Juden des Ostens", in der "Deutsch-Israelitischen Gemeinschaft Hamburg" und so weiter. 1919 trat sie der SPD bei und war 1929 Organisatorin der "Weltkonferenz der jüdischen Frauen" in Hamburg. [zwei]

Mit einem Bericht gegen den Mädchenhandel im Jahr 1907 vor der Versammlung der Delegierten des JFB gelang es Sidonie Werner, dem "Deutschen Nationalen Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels" beizutreten und die "Hilfe für den jüdischen Bahnhof" (1926) einzurichten mit 60 Büros in Deutschland). Er forderte auch eine Abweichung von Doppelmoral in Bezug auf die Geschlechter mit der Forderung: "Unsere Söhne müssen auch in Keuschheit erzogen werden, nicht nur unsere Töchter."

Sidonie Werner starb einen Monat vor dem Ende der Weimarer Republik. Nach ihrem Tod würdigte die "Vereinigung israelischer humanitärer Frauen" sie mit folgenden Worten:

Das Grab von Sidonie Werner befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof Ohlsdorf (Ilandkoppel), Raster L 1, 2.