Fredy Hirsch


Fredy Hirsch Visualisierung

Veröffentlicht: 11.02.2021


Das heutige Doodle feiert das 105-jährige Bestehen des deutsch-jüdischen Pädagogen und Sportlers Fredy Hirsch. Hirsch, bekannt für seinen charismatischen Geist und sein Engagement für die Unterstützung von Kindern, half, junge Juden während des Zweiten Weltkriegs zu retten, und bereicherte ihr Leben mit den Künsten.

Alfred „Fredy“ Hirsch wurde an diesem Tag 1916 in Aachen geboren, wo er seine Karriere als Lehrer in verschiedenen jüdischen Jugendorganisationen und Sportverbänden begann. Er war offen schwul zu einer Zeit, als die wachsende Nazipartei seltsame Menschen verfolgte. Um zu fliehen, suchte Hirsch Zuflucht in der Tschechoslowakei, bis das NS-Regime in das Land einfiel und ihn 1943 in das Ghetto Theresienstadt und dann nach Auschwitz deportierte.

Trotz aller Widrigkeiten unterrichtete Hirsch in Auschwitz weiter und richtete einen Kindergarten für Kinder ein. Er tat alles in seiner Macht stehende, um den jungen Leuten in seinem Block Hoffnung zu geben: Konzerte zu organisieren, Kinder zu ermutigen, Szenen aus Märchen zu malen, und sogar Dosen zu retten, um Kindern bei der Herstellung von Skulpturen zu helfen. Viele der Kinder, die Hirsch unterrichtete, verdankten ihm die Initiierung ihrer kreativen Aktivitäten, wie Zuzana Růžičková, die Auschwitz überlebte und später eines der besten Cembalos der Welt wurde.

Am 11. Februar 2016, anlässlich des 100. Geburtstages von Hirsch, änderte das Gymnasium, das er in Aachen besuchte, zu seinen Ehren den Namen seiner Turnhalle und Cafeteria. Heute sind diese Gebäude ein Beweis für seinen unerschütterlichen Geist und setzen sein Erbe fort, das Leben junger Menschen zu verbessern.

Alles Gute zum Geburtstag Fredy Hirsch. Hier ist ein unbezwingbarer Held, der die Welt daran erinnert, auch in schwierigsten Zeiten mutig und optimistisch weiterzumachen.


Alfred "Fredy" Hirsch, der Sohn des Metzgers und Lebensmittelgroßhändlers Heinrich Hirsch (geb. in Aachen) und seine Frau Olga geborene Heinemann (geb. in Grevenbroich), sind in Aachen aufgewachsen. 1926 starb sein Vater nach langer Krankheit. Zusammen mit seinem älteren Bruder Paul beteiligte sich Fredy Hirsch an der jüdischen Pfadfinderbewegung, die auch zionistische Ziele verfolgte. Von 1926 bis 1931 besuchte er die damalige Hindenburg-Schule, eine Sekundarstufe II mit Realgymnasium; Ab 1933 leitete er den Verband der jüdischen Pfadfinder in Düsseldorf.

Sein Bruder Paul studierte am Jüdischen Theologischen Seminar in Breslau. 1933 wanderte er mit seiner Mutter nach Bolivien aus, wo er als Rabbiner arbeitete, und in den 1950er Jahren wurde er Rabbiner in Buenos Aires, Argentinien. Es wird gesagt, dass Fredy Hirsch 1933 nicht mit ihm nach Bolivien auswandern wollte.

Fredy Hirsch verließ Düsseldorf 1934 und zog nach Frankfurt am Main und von dort im November 1935 ins Exil in die Tschechoslowakei. Dort lebte er in Prag, Brünn und Ostrava (Moravia). In Brünn arbeitete er als Rhythmuslehrer bei der Maccabi-Vereinigung, wo er, wie die Historikerin Anna Hájková darauf hingewiesen hat, auch seinen Partner, den Medizinstudenten Jan Mautner, kennenlernte. Er arbeitete in der Hachscharah, den Vorbereitungskursen für die Auswanderung nach Palästina. Von dort zog sie zurück nach Prag. Am 24. November 1941 wurden 324 Juden, bekannt als Baukommando, nach Theresienstadt deportiert, um von der SS zur Erweiterung des Ghettos eingesetzt zu werden. Außerdem kamen 1000 Männer als zweites Bauteam nach Theresienstadt. Hirsch war Mitglied des 24-köpfigen "Stabes" der Prager Jüdischen Gemeinde, der ab dem 4. Dezember 1941 die Organisationsstruktur des Ghettos aufbauen musste. Im Rahmen der begrenzten und streng überwachten jüdischen Selbstverwaltung In Theresienstadt engagierte sich Hirsch für das Wohlergehen gefangener jüdischer Kinder und hatte dort eine Führungsposition inne. Hirsch organisierte unter anderem Sport- und Kulturveranstaltungen für die gefangenen Kinder.

Am 6. September 1943 wurden er und andere Gefangene aus "Theresienstadt" in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. In Block 31 (Kinderblock) im Bereich des Familienlagers Theresienstadt (B II B), der sich um diese bestimmte Gruppe von Insassen befindet, wurden für die Kinder und Lehrer etwas bessere Lebensmittel- und Hygienebedingungen erreicht. Kurz bevor die SS den ersten Transport aus dem Familienlager zur Vergasung schickte, wurde Fredy Hirsch tot aufgefunden. Nach der Diagnose eines Gefängnisarztes hatte er sich offenbar durch eine Überdosis Barbiturate das Leben genommen. Nach einer Untersuchung des Journalisten Dirk Kämper bestehen inzwischen erhebliche Zweifel an der Selbstmordthese.